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Vize-Europameister

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19.09.2015

Vize-Europameister aus Nordwohlde

Quelle: Kreiszeitung am 22.09.2015:

Limburg/Nordwohlde. Nachdem Holger Weber seinen Start bei den Europameisterschaften im BJJ kurz vor dem Turnier aus beruflichen Gründen absagen musste, konnte Sebastian Ellinghaus nach Abschluss seiner mehrmonatigen Vorbereitungen (auch hier berichtet) in der vergangenen Woche wie geplant am Wochenende vom 18.-20.09.2015 für das Roger Gracie Team an den Start gehen und seinen Traum verwirklichen: Eine Medaille bei den Europameisterschaften!

Sebastian startete in der Senior-Altersklasse Ü30 im Mittelgewicht (-79 kg) und kam trotz erheblicher Wartezeiten (5 Stunden zwischen geplanter Schedule und tatsächlichem Start) überraschend gut ins Turnier. Als es dann um die Medaillenrunde ging, gelang es ihm, mit der richtigen Taktik und starker Kondition, die gegen seinen Gegner aus Griechenland im Halbfinale früh errungenen Punkte über die Zeit zu bringen.

Im Finale musste er sich dann aber doch einem frischer wirkenden Widersacher beugen. Am Ende war es ein Vize-Europameistertitel, mit dem vorher niemand - Sebastian selbst am wenigsten - gerechnet hatte.

An dem offen ausgeschriebenen Turnier nahmen rund 600 Starter aus den meisten europäischen Ländern, den USA und Brasilien teil. Es fand erstmalig vor (trotz erhobenem Zuschauereintritt) gut gefüllten Tribünen in Deutschland statt.


Alles andere als geplant


Sebastian Ellinghaus aus Nordwohlde wird unverhofft Vize-Europameister im Brazilian Jiu Jitsu

VON DENNIS SCHOTT

Nordwohlde. Die Vorbereitung war nachhaltig. Über drei Monate bereitete sich Sebastian Ellinghaus aus Nordwohlde auf die Ü30-Europameisterschaften im Brazilian Jiu Jitsu in Limburg vor. Trotzdem hatte der 40-Jährige nie damit gerechnet, im vorderen Feld zu landen. „Ich wollte so eine Atmosphäre einfach mal mitnehmen“, sagte Ellinghaus, der sich ob des Erreichten einfach nur überrascht zeigte. Sebastian Ellinghaus wurde im Mittelgewicht (unter 79 Kilogramm) nämlich Vize-Europameister.

Eigentlich sei das alles viel zu viel für ihn gewesen, wie Ellinghaus im Nachhinein erklärte. Für einen, der sonst nur in Nordwohlde trainiere und eigentlich aus dem klassischen Judo komme. „Außerdem habe ich zum ersten Mal vor Publikum gekämpft, das Eintritt gezahlt hat“, wollte der 40-Jährige nicht unerwähnt lassen.

Trotzdem bereitete sich Sebastian Ellinghaus intensiv auf die Europameisterschaften vor. Er trainierte im „Roger Gracie Jiu Jitsu Team“ mit, das unter anderem einen Stützpunkt in Bremen hat, und absolvierte überdies eine Trainingswoche in der Brazilian Jiu Jitsu-Akademie in Berlin sowie eine unter Oliver Geddes, einem professionellen Turnierkämpfer aus England. Gänzlich unvorbereitet wollte Ellinghaus bei diesem internationalen Vergleich eben nicht starten, zumal er seine Wurzeln ja im Judo hat. „Die Sportarten sind ungefähr so gleichzusetzen wie Surfen und Segeln“, erklärte er. Beide hätten einige Überschneidungen, stünden letztlich aber doch für sich. Und Ellinghaus’ vorherige Erfahrungen im Brazilian Jiu Jitsu beschränkten sich auf ein größeres Turnier vor drei Jahren, dem sogenannten Masters of Cotton in Bremen. Mehr nicht.

Der Nordwohlder war in Limburg also ein unbeschriebenes Blatt, und er hatte – wie seine Konkurrenten auch – anfangs mit einem entscheidenden Nachteil zu kämpfen. Geschlagene fünf Stunden musste er auf seinen ersten Kampf warten. „Vielleicht hat das die Gegner etwas mürbe gemacht“, mutmaßte Ellinghaus, der sonst die Kampfsportabteilung des TVE Nordwohlde leitet. Er kam mit der Wartezeit, die er immer wieder mit Aufwärmübungen überbrückte, wohl besser zurecht.

Das sollte sich in den Kämpfen zeigen, mit der Folge, dass Sebastian Ellinghaus ins Finale einzog. „Das Halbfinale vorher lief insofern ganz gut, als dass ich anfangs ein paar Punkte machen konnte und mich dann über die Zeit gerettet habe“, sagte er nach dem Sieg gegen einen griechischen Kontrahenten.

Im Finale aber musste er sich letztlich seinem wesentlich frischer wirkenden Widersacher beugen. Und trotzdem: Die Europameisterschaften werden ihm nachhaltig im Gedächtnis bleiben.

Bleibt am Ende nur noch die Frage, ob er noch einmal bei solch einem Turnier starten möchte. „Das weiß ich noch nicht“, entgegnete Ellinghaus. Das Training sei doch sehr zeitintensiv gewesen. Er habe über drei, vier Monate seinen Lebensrhythmus darauf eingestellt. „Vielleicht sind offene Meisterschaften noch möglich“, sagte er schließlich und fügte hinzu: „In diesem Jahr wird das aber nicht mehr sein.“

Impressionen

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