Turnverein Einigkeit Nordwohlde von 1911 e.V.

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Kampfsport 2

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unser Judo

Das im TVE Nordwohlde gelehrte Judo ist traditionelles Judo. Es folgt im Reglement für Randori (Übungskampf) und Wettkampf den 13 Regeln der Dai Nippon Butokukai (Gesellschaft für japanische Kampfkünste) von 1899.

Die
Butokukai Jujitsu Wettkampf-Regeln sind im Wesentlichen mit dem ersten Regelwerk des Kodokan identisch und wurden vom Begründer des Judo, Kano Jigoro, maßgeblich mit entwickelt. Erst in den folgenden Jahrzehnten änderte der Kodokan seine Regeln in wesentlichen Punkten ab. Nach Änderungen in den 1920er Jahren setzte sich zwar das neue Kodokan-Reglement großflächig durch, an den kaiserlichen Hochschulen wurde aber und wird zum Teil bis heute weiter nach den alten Regeln gekämpft.

Das
Judo nach dem alten Regelwerk wird in Japan entsprechend Teikoko Daigaku Kosen Senmon Gakko Judo („zu den kaiserlichen Universitäten gehörendes Spezialisten-Hochschuljudo“) genannt, kurz Kosen-Judo.

Die von uns genutzen Regeln lauten:

 

1.

Der Wettkampf wird entschieden auf der Basis von Wurf- und Bodentechniken (Nagewaza und Katamewaza).
[Anm.:
Atemiwaza, also Schlag- und Tritttechniken sind damit ausgeschlossen.]

 

2.

Wurftechniken beinhalten Würfe aus dem Stand und Mitfalltechniken (Sutemi); Bodentechniken beinhalten Würgetechniken (Shimewaza), Haltetechniken (Osaewaza) und Hebeltechniken (Kansetsuwaza).
[Anm.: Hebeltechniken beinhalten auch Beinhebel, Gelenkhebel und Schulterhebel. Was als Haltetechnik angesehen wird, entscheidet der Schiedsrichter.]

 

3.

Den Wettkampf gewinnt der Erste, der zwei Punkte (2 x Ippon) erringt. Wenn beide Kämpfer je einen Punkt errungen haben, wird der Kampf also fortgesetzt, bis ein weiterer Punkt erreicht wird.

 

4.

Unentschieden (Hikiwake) kann gewertet werden, wenn eine angemessene Zeit vergangen ist.
[Anm.: Dies liegt im Ermessen des Schiedsrichters.]

 

5.

Den ersten Punkt ruft der Schiedsrichter als „Ippon“ aus, den zweiten (Sieg-) Punkt als „Nihon“.

 

6.

Wenn es für den Schiedsrichter schwer zu entscheiden ist, ob der Wurf einen Punkt wert ist, oder im Boden ein Kämpfer zwar gehalten wird (Osaewaza), dann aber entkommt, ruft er „Waza-ari“ („da ist eine Technik“) aus. Wenn es zu einem weiteren „Waza-ari“ kommt, kann der Schiedsrichter „Awashite Ippon“ („zwei Techniken kombiniert zu einem Punkt“) ausrufen. Der Schiedsrichter kann ebenso „Waza-ari“ ausrufen, wenn mehrere Aktionen nahe an „Waza-ari“ stattgefunden haben.

 

7.

Ein Ippon für einen Wurf hat die folgenden Kriterien zu erfüllen:

   

-

Der Wurf muß das Resultat einer beabsichtigten Aktion sein (koi) und darf nicht einem unbeabsichtigen (Hin–)Fallen des Gegners entspringen.

   

-

Der Geworfene (Uke) muss mit dem Gesicht nach oben fallen (aomuke).

   

-

Der Wurf muss einer nachvollziehbaren technischen Absicht (hazumi) folgen und kraftvoll ausgeführt (ikoi) werden.

 

8.

Der Wurf zählt nicht, wenn der Geworfene (Uke) sich in der Luft dreht und nicht mit dem Gesicht nach oben landet.

 

9.

Egal, wie schnell oder geschickt der Geworfene (Uke) wieder auf die Beine kommt, der Wurf zählt.

 

10.

Wenn der Geworfene (Uke) sich an den Werfenden (Tori) klammert und beide zu Boden gehen, kann trotzdem „Ippon“ für den Werfenden gegeben werden.

 

11.

Im Boden wird „Ippon“ vergeben, wenn ein Kämpfer zweimal mit Hand oder Fuß abschlägt auf Matte oder Körper des Gegners oder „Mairi“(„Aufgabe“) ausruft. Bei einer Haltetechnik muss der Schiedsrichter nicht bis zum Abschlagen abwarten, sondern kann nach einer angemessenen Zeit [Anm.: Im Ermessen des Schiedsrichters.] „Ippon“ vergeben. Im Falle von Hebel- und Würgetechniken kann „Ippon“ auch vergeben werden, wenn die Wirkung offensichtlich ist.

 

12.

In der Absicht, Stand- und Bodenkampf bewerten zu können, kann der Schiedsrichter Kämpfer, welche sich ausschließlich auf eines von beiden konzentrieren, ermahnen.

 

13.

Bei den Hebeltechniken sind Zehen-, Finger- und Knöchelhebel nicht gestattet.


Es gibt gemäß des von uns genutzten Regelwerkes keine feststehenden Gewichtsklassen und auch keine vorgesehenen Bestrafungen für Zuwiderhandlungen gegen die o. a. Regeln. Wir gehen aber von einigen ungeschriebenen Regeln aus, welche wir für unser Judo ebenfalls berücksichtigen:

 

a)

Es können auf den Anlass bezogen für den Wettkampf Einteilungen nach Geschlecht, Alters- und Gewichtsklassen vorgenommen werden.

 

b)

Es können auf den Anlass bezogen für den Wettkampf bestimmte Techniken untersagt werden (z. B. Knie-hebel).

 

c)

Vor jedem Wettkampf einigen sich die Schiedsrichter auf das gemeinsame Vorgehen und entsprechende Strafen bei der Ahndung von Regelverstößen. Das Ergebnis wird den Wettkämpfern vor den Kämpfen mitgeteilt.


Graduierungen


Im Wesentlichen wird in
Mudansha (Lernende) und Yudansha (Lehrende) unterschieden. Zur äußerlichen Unterscheidung tragen die Lehrenden schwarze Gürtel (obi), die Lernenden weiße Gürtel.

Um darüber hinaus den Lernfortschritt der Lernenden sichtbar zu machen, erfolgen weitere farbliche Einteilungen für jugendliche Schüler (bis 16 Jahre) nach folgendem Muster:

weißer Gürtel:

6. Schülergrad (Kyu)

gelber Gürtel:

5. Schülergrad (Go-Kyu)

orangener Gürtel:

4. Schülergrad (Yon-Kyu)

grüner Gürtel:

3. Schülergrad (San-Kyu)

blauer Gürtel:

2. Schülergrad (Ni-Kyu)

brauner Gürtel:

1. Schülergrad (Ik-Kyu)

Erwachsene Schüler (ab 16 Jahre) tragen bis zum Erreichen des 2. Schülergrades (Ni-Kyu) einen weißen Gürtel.


Der Lehrer (
Sensei) entscheidet nach Bewertung der Kampfleistung und des technischen Lernfortschritts, welchen Gürtel der Schüler trägt. Bei höheren Schülergraden berät er sich darüber hinaus mit Lehrern anderer Kampfkunst-Schulen und kann zur Überprüfung des technischen Lernfortschritts Prüfungen der Schüler durchführen.

Der zu berücksichtigende technische Lernfortschritt orientiert sich an der Aufteilung der Wurftechniken nach der
Gokyo des Kodokan und den vom jeweiligen Lehrer transparent zu gestaltenden weiteren technischen Anforderungen an seine Schüler.

Die jeweilige Stufe wird dem Lernenden durch seinen Lehrer beurkundet.

Bei den Lehrenden (
Yudansha) wird in Qualifikationsgrade (Dan-Grade) unterschieden, welche sich nach Lehrerfahrung, Kampferfahrung und –Erfolg, sowie den Verdiensten um den Erhalt und die Verbreitung des Judo richten. Es gibt 10 Dan-Grade, der 10. Dan (Judan) kann aus Respekt vor den verstorbenen Großmeistern nur vom Kodokan oder dem japanischen Kaiserhaus vergeben werden.

Alle
Dan-Grade tragen einen schwarzen Gürtel (obi). Ab dem 6. Dan (Rokudan) kann zu besonderen Anlässen auch ein rot-weisser Gürtel (obi) getragen werden. Der 9. Dan kann zu besonderen Anlässen auch einen roten Gürtel (obi) tragen.

schwarzer Gürtel:

1. Lehrergrad (Shodan)

schwarzer Gürtel:

2. Lehrergrad (Nidan)

schwarzer Gürtel:

3. Lehrergrad (Sandan)

schwarzer Gürtel:

4. Lehrergrad (Yondan)

schwarzer Gürtel:

5. Lehrergrad (Godan)

schwarzer Gürtel:

6. Lehrergrad (Rokudan)

schwarzer Gürtel:

7. Lehrergrad (Nanadan)

schwarzer Gürtel:

8. Lehrergrad (Hachidan)

schwarzer Gürtel:

9. Lehrergrad (Kudan)

schwarzer Gürtel:

10. Lehrergrad (Judan) / wird außerhalb Japans nicht vergeben


Um die erste Stufe der Lehrenden (
Yudansha/Shodan) zu erreichen, bedarf es der Beherrschung der kompletten Gokyu nach Kano Jigoro und aller zu dem Zeitpunkt bekannten und anerkannten weiteren Techniken aus den Bereichen der Wurftechnik (Nagewaza) und Bodentechnik (Katamewaza). Zu diesem Zweck ist eine technische Prüfung durchzuführen, welche durch die Demonstration der Nage-no-Kata und der Katame-no-Kata ergänzt wird, mit welcher der angehende Lehrer sein Grundverständnis von Wurf- und Bodentechniken beweist.

Die weiteren
Dan-Grade werden nach o. a. Gesichtspunkten verliehen. Anhalt für das Hauptkriterium der angemessenen Lehrerfahrung ist die Zeitspanne von mindestens 25 Jahren zwischen dem 1. Dan (Shodan) und dem 6. Dan (Rokudan).

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*Alle (anerkannten) Träger des 10. Dan Judo:

Yoshiaki Yamashita (1865 – 1935), Hajime Isogai (1871 – 1947), Hidekazu Nagaoka (1876 – 1952), Kyuzo Mifune (1884 – 1965),
Kunisaburo Iizuka (1875 – 1958), Kaichiro Samura (1880 – 1964), Shotaro Tabata (1884 – 1950), Matsutaro Shoriki (1885 – 1969),
Kotaro Okano (1885 – 1967), Shozo Nakano (1888 – 1977), Tamio Kurihara (1869 – 1979), Sumiyuki Kotani (1903 – 1991),
Toshiro Daigo (1926 – ), Ichiro Abe (1923 – ), Yoshimi Osawa (1927 – ).

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